Mediatisierung als Metaprozess – ein Modell

Mediatisierung als Metaprozess lässt sich, vereinfacht auf der Basis allgemeiner Modelltheorie (Stachowiak, 1973, S. 128 ff.),  als einen zirkulärer bzw. spiraler, fünfgliedriger Prozess darstellen und folgendermaßen beschreiben:

[1] Menschen [2] kommunizieren bzw. handeln in unterschiedlichen Kontexten. Aufgrund der – in diesen Kontexten – [3] Aneignung/Nutzung von verschiedenen Medien – die erst und nur dadurch zu Medien werden – mediatisieren sie ihr Handeln/Kommunizieren. Diese/s zunehmend [4] mediatisierte/s Kommunikation/Handeln fördert und fordert neue Praktiken und Handlungen, sowie neue kommunikative Beziehungen und Netzwerke. Konsequenterweise wandelt sich dadurch die Art und Weise, wie [5] Alltag, Kultur und Identitäten gestalten werden. Diese veränderten Gestaltungen sind als Ergebnisse der Mediatisierung(en) zu betrachten, die wiederum Einfluss auf die menschliche Wahrnehmung und eventuelle Anschlusskommunikation ausüben. Aufgrund ihrer Kontextbezogenheit sind sie logischerweise unterschiedlich. Das Modell stelle ich in der Abbildung 1 vor.

Abbildung 1: Mediatisierung als Metaprozess – ein Modell

Mediatisierung als Metaprozess - ein Modell

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Krotz (2012, S. 45-46)

Eine differenzierte Ausarbeitung dieses heuristischen, zirkulären, fünfgliedrigen Modells der Mediatisierung bleibt das Desiderat dieses Beitrags, da dies dem Umfang sprengen würde. Jedoch auch in der hier vorliegenden Form ist es eine nutzbringende Grundlage, um den Prozess analytisch „angreifbarer“ (vgl. Blumer, 1954. S.10) zu machen. Gleichzeitig ist das Modell offen und inklusiv konzipiert. Des Weiteren lässt es sich einfach kontextualisieren und dementsprechend an unterschiedlichen Lebensbereichen anwenden.

Da Mediatisierung keinen Anfang und kein Ende hat, kann man Anwendung des Modells und eine anschließende Analyse mit jedem beliebigen der fünf Glieder beginnen.

Literatur:

Blumer, H. (1954). What is Wrong with Social Theory?. American Sociological Review, 18, 3-10.

Krotz, F. (2012). Von der Entdeckung der Zentralperspektive zur Augmented Reality: Wie Mediatisierung funktioniert. In F. Krotz & A. Hepp (Hrsg.), Mediatisierte Welten: Forschungsfelder und Beschreibungsansätze (S. 27-55). Wiesbaden: Springer.

Stachowiak, H. (1973). Allgemeine Modelltheorie. Wien: Springer

 

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