Individualisierung unter der Bedingung der Marktabhängigkeit

Der Individualiserungsprozess ist dadurch gekennzeichnet, dass immer mehr Lebensbereiche entscheidungsoffen werden und damit soziale Bezüge sowie die eigene Identität zusehends selbst herzustellen sind. Sinngebung wird mehr und mehr zur Privatangelegenheit und Wahlentscheidung, die es dem Einzelnen zur Aufgabe macht, aus der Partizipation an verschiednen „single purpose communities“ eine subjektiv sinnenhafte, d.h. als kohärent und authentisch erlebte Collage zu fertigen (Hitzler 1998:82, Keupp et al 1999). An zentraler Bedeutung gewinnt dabei die Frage, wie sich vor dem Hintergrund einer voranschreitenden Individualisierung der Prozess der sozialen Reintegration unter der Bedingung der Marktabhängigkeit vollzieht. Identität wird nicht mehr automatisch mit der sozialen Herkunft mitgeliefert. Sowohl für individuelle als auch für kollektive Identitäten verschieben und multiplizieren sich daher die Bezugspunkte. Kulturelle Identitäten sind heute analog zur Dementierung und Pluralisierung sozialer Netzwerke eher als hybrid, ambivalent und unabgeschlossen zu denken (Hall, 1994).

Wenger C. (2002). „Ich bin ein Trekkie“ – Identitätsstiftung und Vergemeinschaftung in Fangemeinden am Beispiel der „Star-Trek“-Fans

bzw.

Hitzler, R. (1998). Posttraditionale Vergemeinschaftung: Über neue Formen der Sozabindung. In: Berliner Debatte Initial, S:82;

Keupp et al. (1999). Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne. Reinbek b. Hamburg

Hall, S. (1994). Die Frage der kulturellen Identität. In: Hall, S. (Hrsg.): Rassismus und kulturelle Identität. Hamburg: S: 180-222

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