M(ich)

„Eine Biographie ist eine Sammlung von Zufällen, das Kontinuerliche besteht in der Sensibilität für Zufälle. Insofern kann man auch bezüglich meiner Biographie von einer Kette von Zufällen sprechen […]“

N. Luhmann, 2001, 16f

Mein Name ist Mihailo Kotarac und ich nehme mich zur Zeit als Yogalehrer, Kommunikationswissenschaftler und Online-Kommunikator wahr.

Ich bin Ende der Siebziger in Jugoslawien geboren, wo ich mit zwei Brüdern (Zwilingen) groß geworden bin. Valjevo, meine Heimatadt, liegt heute in Serbien. Dort habe ich an einem der besten Gymnasien Serbiens meine Abitur gemacht. Valjevo, meine Brüder, sowie meine Eltern vermisse ich manchmal.

M’s Kindheit – eine gute Zeit

Trotz allem was in Ex-Jugoslawien passiert ist, würde ich meine Kindheit als eine gute Zeit bezeichnen. Allerdings empfinde ich keine „wenn ich mein Leben noch mal leben könnte“ Gefühle. Die Probleme, die ich damals hatte – egal wie wintzing und lächerlich sie nun, aus der Perspektive eines „erwachsenen Menschen“ erscheinen – möchte ich nie wieder haben. Das neue Leben kommt jeden Tag auf uns zu. Atmet ein und aus und entspannt euch, denn Gelassenheit ist unterbewertet! Lehrt eure Kinder sich gelassen durch das Leben zu bewegen.

M’s Jugend – Die gute Entscheidung

Mit 18, nach der Abitur und als kleiner, unerfahrener Radiojournalist zog ich 1997 nach Belgrad um. Ich wollte dort Soziologie studieren. Später kam auch Kulturmanagement dazu. Also das übliche: die Welt verbessern! Eigentlich wollte ich englisch studieren, aber meine damalige Englischlehrerin Katja sagte, dass dies nur schwule Männer machen. Und das sagte sie in einem nicht unbedingt freundlichen Ton. Die Arme… hätte sie nur gewusst.

Im Laufe meiner eigenen „Kette von Zufällen“ beschäftigte ich mich auch mit Öffentlichkeitsarbeit. Die Welt also nicht unbedingt sofort und groß verbessern sondern eher in kleinen Schritten verändern! Und zwar durch Kommunikation und Dialog. Als Freiberufler in diesem Bereich bin ich heute immer noch zu haben.

Da ich damals politisch sehr aktiv war – was in einer Atmosphere des politischen Zerfalls Jugoslawiens irgendwie selbsverständlich war – habe ich mich in verschiedenen studentischen Organisationen und NGOs engagiert. Später habe ich mit Milan einige auch gegründet. Diese hatten allerdings weniger mit Politik und mehr mit Kunst und Design zu tun. Die Flamme für das Politische und das aktive Gestalten der eigenen sozialen Umwelt brennt immer noch.

M’s Erwachsensein – Die bessere Entscheidung

Zehn Jahre danach, 2007 landete ich mit Milan in Berlin. Bis heute halte ich dies für eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Milan wollte bereits 2003 nach Hamburg, aber ich…

Dojčland! (Spricht man wie „Deutschland“ aus)

In Deutschland sollte man zunächst Deutsch lernen! Es ist wichtig und zeigt Respekt gegenüber der Umgebung. Glaubt mir! Da ich schon immer ein Musterknabe sein wollte, habe ich es natürlich mit bunten Stiften und ganz ordentlich gemacht. Nichtdestotrotz passieren bei mir immer noch viele sprachliche Fehler. Besonders wenn es um Artikel geht und die Endungen mit -n. Manchmal benutze ich auch „ge-“ wenn nicht nötig… z.B. „umgearmt“ statt „umarmt“. Da ich aber inzwischen mit dem Leben gelassener umgehe, mache ich mir diesbezüglich keine Vorwürfe mehr. Man kann mich – glaube ich zumindest – gut verstehen. Inzwischen spreche ich sogar besser als manch Angehörige des örtlichen Stammes, besonders diejenigen die dies immer wieder gerne Mal schreiend betonen.

Wollte/Sollte ich noch einmal studieren?

Aber JA! Publizistik- & Kommunikationswissenschaft als Hauptfach, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft als Nebenfächer, an der Freien Universität Berlin. Um das Ganze zu vertiefen, zog ich nach Ilmenau um. Dort habe ich die alte Liebe für Sozialwissenschaften und die entsprechende methodologische Suche nach Fakten und Wahrheiten untermauert. Projektbezogen, als Forscher arbeitete ich für/mit Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, sowie als Dozent in einer anderen Fachabteilung.

In meiner Abschlussarbeit beschäftigte ich mich mit dem Zusammenspiel von (digitalen) Medien und Yoga. Als Ergebnis dieses Projekts ist die Seite Yoga in Berlin (YIB) entstanden. Über die Beziehung zwischen Yoga und Medien forsche ich immer noch, nun aber auf dem Weg zur Dissertation (wird definitiv noch einbisschen dauern).

M in MINIMAL YOGA – Die beste Entscheidung

minimal yoga

Während meines Aufenthaltes in Ilmenau, (ab Anfang 2013) habe ich mit Yoga ernst angefangen. Yoga – und nicht die Wurst – mitten in Thüringen!!!

Zunächst passierte das in einem Fitnesstudio mit Ina und ihrem klassischen Hatha Stil. Dann bei Teodora, mit Power Yoga und ihrer kreativen und sachkundigen, biomechanisch sowie funktionell informierten Improvisationen. Ana – meine alte Schul- und Yogafreundin aus Serbien – unterstüzte mich auf diesem Weg und würzte das Ganze mit ein bisschen Iyengar Yoga. Dennoch der entscheidende Einfluss kam von Bryan Kest und seinem Power YogaTM.

Meine Yogalehrerausbildung schloß ich 2017 in Zen Yoga by Dynamic Mindfulness in Berlin ab. Eine Reihe von Aus- und Wieterbildungen in den Bereichen des funktionellen Trainings, der Tai Chi und Qi Gong sowie der verschiedenen Entspannungstechniken und -verfahren sind inzwischen auch hinter mir. Diese sind ein fester Bestandteil meiner Yogastunden geworden. Inzwischen habe ich auf diesen Grundlagen meinen eigenen Yogastil entwickelt. Den nenne ich MINIMAL YOGA.

… Fortsetzung folgt…

„Die Komponenten eines Lebenslaufs bestehen aus Wendepunkten, an denen etwas geschehen ist, was nicht hätte geschehen müssen. Das beginnt mit der Geburt.“

Niklas Luhmann


Luhmann, Niklas (2001): Short City, Short City 1 hg. von Peter Gente, Heidi Paris und Martin Weinmann. 3. Auflage. Frankfurt a. M.