… So gehe es Tag für Tag

Es sei sehr wichtig, schreibt er darin, in einem Text von Anfang bis Ende einen fesselnden und soliden Rhythmus beizubehalten. Seine Romane sind deswegen ein bisschen wie Jazz. Auch sein Alltag ist wie Jazz. Er halte auch dort, schreibt er, einen soliden Rhythmus ein, stehe jeden Tag sehr früh auf, mache sich einen Kaffee und beginne zu schreiben, egal, ob er Lust dazu habe oder nicht. Jeden Tag schreibe er zweieinhalb Seiten.
Nach fünf oder sechs Stunden sei Schluss, auch wenn es gut läuft, höre er auf. Am Nachmittag absolviert er sein tägliches Lauftraining, selbst wenn er keine Lust habe, zwinge er sich dazu. So gehe es Tag für Tag. Das Wichtigste sei, schreibt er, nie aus dem Rhythmus zu kommen. Oft habe er dabei das Gefühl, ganz allein auf dem Boden eines einsamen Brunnens zu sitzen.

Ich Stecke in einem Traum – Über Murakami von Iris Radisch @ Die Zeit

http://www.zeit.de/2016/48/haruki-murakami-schriftsteller-japan

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